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5 Tipps

Token sparen in Claude

Ein Tag mit Claude Code an meiner Website kam zu API-Preisen auf 126,64 Dollar. Bezahlt wurde fast nur fürs Mitlesen des Verlaufs. Fünf Gewohnheiten, mit denen ihr das in der Agentur vermeidet.

Andreas Boyer ·

Wer lange in einem einzigen Chat mit Claude arbeitet, bezahlt vor allem fürs Erinnern, nicht fürs Denken. Mit jeder neuen Antwort liest das Modell den kompletten bisherigen Verlauf noch einmal. Der wirksamste Hebel ist deshalb unspektakulär: für jedes Thema ein neuer Chat, und nur das mitgeben, was wirklich gebraucht wird.

Ein Tag, 126,64 Dollar

Ich habe einen Tag lang mit Claude Code an dieser Website gearbeitet: Farben, Navigation, eine Frage-Strecke statt Kontaktformular, eine neue Unterseite. Alles in einem einzigen, immer längeren Chat. Am Abend zeigte der Nutzungsbericht umgerechnet 126,64 Dollar zu API-Preisen. Ich arbeite im Abo, dort wird das nicht einzeln abgerechnet. Interessant war die Aufschlüsselung:

  • ein paar Hundert Token, die ich selbst eingetippt habe
  • rund 17.000 Token, die Claude geschrieben hat
  • über 150 Millionen Token „Cache Read“

Cache Read heißt: Claude liest den bisherigen Verlauf aus einem Zwischenspeicher noch einmal. Pro Token kostet das nur einen Bruchteil, aber die Menge macht es. Den Löwenanteil der Rechnung hat also nicht die eigentliche Arbeit verursacht, sondern die Wiederholung. Dazu kamen viele Screenshots, die ebenfalls bei jedem Schritt mitgelesen werden.

Und im Abo? Da ist es doch egal

Leider nein. Auch im Abo ist die Nutzung begrenzt, und wie schnell ihr an diese Grenze kommt, hängt nach Angaben von Anthropic vor allem von der Länge der Gespräche ab. Der Grund ist derselbe: Claude liest bei jeder Nachricht den ganzen Verlauf neu. Ein langer Chat verbraucht das Kontingent also schneller als mehrere kurze, auch wenn am Monatsende keine höhere Rechnung kommt. Statt Geld kostet es dann Arbeitszeit, weil ihr mitten im Projekt auf das Zurücksetzen des Limits wartet.

Betrifft das nur Claude?

Nein. Alle gängigen Sprachmodelle arbeiten so: Sie haben kein Gedächtnis zwischen zwei Antworten, sondern bekommen bei jeder Nachricht den bisherigen Verlauf komplett mitgeschickt. Das gilt für ChatGPT und Gemini genauso. Unterschiedlich ist nur, wie die Anbieter das abrechnen oder aufs Kontingent anrechnen. Die Tipps unten funktionieren deshalb mit jedem KI-Assistenten.

Warum das für Agenturen zählt

Bei einem einzelnen Projekt ist das eine Randnotiz. Wenn aber fünf Leute im Team täglich so arbeiten, wird es eine Budgetfrage, egal ob ihr über die API abrechnet oder im Abo gegen Limits lauft. Dazu kommt ein zweiter Effekt: Sehr lange Verläufe machen die Antworten nicht besser. Alte Entscheidungen, verworfene Varianten und Zwischenstände liegen alle noch im Kontext und lenken ab.

Wann ein neuer Chat sinnvoll ist

Sobald ein Thema abgeschlossen ist und sich das nächste in einem Satz beschreiben lässt. Rückblickend wären das bei mir diese Stellen gewesen:

  • nach dem Livegang, bevor es an Postkarte und Blog ging
  • vor der Einrichtung von Search Console und Bing
  • vor einer größeren Gestaltungsrunde mit vielen Varianten
  • für kleine Einzelwünsche wie ein Logo oder ein Menü

Die Faustregel: Wenn sich der nächste Schritt mit „lies X und Y, dann mach Z“ beschreiben lässt, braucht es den alten Verlauf nicht.

Fünf Gewohnheiten, die Token sparen

  1. Ein Thema pro Chat. Jeder Schritt in einem langen Verlauf kostet mehr als derselbe Schritt in einem frischen.
  2. Übergabe statt Verlauf. Lasst euch am Ende eines Chats ein kurzes Briefing schreiben: was entschieden ist, was offen ist, welche Dateien wichtig sind. Damit startet der nächste Chat.
  3. Wissen in Dateien statt im Chat. Projektregeln, Farben und Abläufe gehören in eine Datei wie CLAUDE.md, die jeder neue Chat automatisch kennt. Ein paar Hundert Zeilen dort ersetzen Tausende Zeilen Verlauf, und das ganze Team arbeitet mit demselben Stand.
  4. Screenshots gezielt. Lieber einen Ausschnitt als die ganze Seite, und nicht fünf Varianten in denselben Chat.
  5. Klar sagen, was fertig ist. „Passt so“ beendet eine Schleife. Vage Rückmeldungen wie „noch nicht ganz“ erzeugen weitere Runden, und jede Runde liest alles noch einmal.

Fazit

KI ist selten teuer, weil sie viel denkt. Sondern weil sie alles mitschleppt, was ihr nicht aufräumt.

Behandelt Gespräche mit Claude oder anderen KI-Assistenten wie Arbeitspakete: klar abgegrenzt, mit sauberer Übergabe. Das spart Token, hält die Antworten genauer und macht später nachvollziehbar, was entschieden wurde. Wenn ihr so etwas im Team einführen wollt, helfe ich gern beim Aufsetzen.

Fragen zum Thema?

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Ein paar Sätze reichen. Ich melde mich innerhalb eines Tages.

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